Die Welt in 7,5 Zentimeter

„Guck mal, das hatte ich auch!“ – „Oh, das ist auch toll!“ Das waren ungefähr meine meistgesagten Sätze bei unserem Besuch im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Warum? Lest selbst:

Eines der historischen Gebäude auf dem Museumsgelände

Das Freilichtmuseum am Kiekeberg zeigt mit über 40 historischen Gebäuden, wie man früher in der Winsener Marsch und der Lüneburger Heide lebte. Das umfasst Landwirtschaft, Handwerk und Nutztierhaltung. Die thematisch eingerichteten Gebäude und Außenanlage befassen sich dabei mit einem Zeitraum von 1600 bis in die 1950er Jahre hinein.

Weitere Ausstellungsflächen gibt es in neuen Gebäuden, neben dem „Agrarium“, das einen Abriss der Landwirtschaftsgeschichte und Wissenswertes über moderne Landwirtschaft und Ernährung zeigt, gibt es eine Dauerausstellung zu Spielwaren aus der Zeit der 1950er bis in die 1980er Jahre. Diese Ausstellung wird noch bis Ende Februar 2018 ergänzt durch die Playmobildioramen des Sammlers Oliver Schaffer. Das Museum berichtet auf seiner Seite:

„Bereits als Kind war er begeisterter PLAYMOBIL-Sammler und ist heute Besitzer von über 20.000 PLAYMOBIL-Figuren. Neben vielen deutschen Museen stellte er auch schon in internationalen Häusern wie beispielsweise dem Pariser Musée des Arts décoratifs im Westflügel des Louvre aus. Der Künstler und Sammler inszeniert farbenprächtige Dioramen, indem er die Grenze zu Literatur, Film und Fantasie überschreitet.“

In der Ausstellung im Kiekeberg sind ca. 5000 Klickys (so wurden die Figuren anfangs genannt) zu sehen, mit denen die Menschheitsgeschichte nacherzählt wird, aber auch Fantasiewelten gezeigt werden können.

 

So finden sich im Hauptraum folgende Themengebiete: Urzeit/Dinosaurier, Antike (Römer und Ägypter), der Wilde Westen, Leben um 1900, ein Winterdorf und eine moderne Großstadt mit Flughafen und Hafen. Im Obergeschoss finden sich fantastische Welten mit Drachen und Fabelwesen, aber auch Agentenaction und Raumfahrtprogramme. Die Faszinationen der Dioramen ist vielschichtig: Zum einen kann man die Playmobilfiguren und –sets entdecken, die man selbst zu Hause hat(te), zum anderen kann man sich an der phantasievollen Darstellung erfreuen und immer wieder neue kleine Szenen entdecken (also ein ähnliches Phänomen wie auch beim Miniatur Wunderland in Hamburg). Und nicht wenige der Großen Playmobilfreunde denken wahrscheinlich auch: „Wenn ich zu Hause mal so viel Platz hätte…“

 

Wer das Mittelalter vermisste (so wie ich), der wurde nebenan in der Dauerausstellung fündig: In der Mitte fand sich ein großes Diorama mit Burg und kleinem Ort. Ergänzt werden die großen Dioramen durch einzelne Schaustücke, die etwa die Veränderungen klassischer Playmobil-Themen (Zirkus, Polizei, Schiffe, Häuser) im Wandel der Zeit zeigten oder welche Prominente schon auf 7,5 cm geschrumpft worden sind (hier kann man schön rätseln, denn eine Tafel dazu habe ich nicht gesehen).

 

Die allgemeine Dauerausstellung war aber ebenso spannend, wie der reine Playmobil-Teil.  Sortiert nach Themengebieten waren hier Brettspiele, Figuren, Baukästen, Fahrzeugmodelle und vieles mehr aus den Jahren 1950 bis 1980 zu sehen.  Meine Highlights waren hier die Lego- und Ankerbaukästen. Aber auch die ersten Heimcomputer und –konsolen wurden vorgestellt.

 

Spielwaren Korb Müller – das reale Geschäft gab es noch bis 2009

Ein weiterer Höhepunkt für mich waren die nachgebauten Spielzeugläden – zum Teil inklusive Schaufenster und Leuchtreklame! Das erinnerte mich wieder an die paradiesischen Zeiten, als meine Mutter noch selbst in einem Spielwarenladen arbeitet und ich quasi vollversorgt war. 😉

Wer danach noch Zeit mitbringt, dem sei neben dem Rundgang über das weitläufige Gelände ein Besuch im sog. „Agrarium“ empfohlen. Die hier ausgestellten Dampf- und Landmaschinen sowie Traktoren sind beeindruckend anzusehen. Im Simulator kann man sogar einen modernen Mähdrescher über den Acker steuern. Die weiteren Stockwerke zeigten die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten 200 Jahren (also vor allem ihre Technisierung und Industrialisierung), sondern auch Wissenswertes zur heutigen Lebensmittelherstellung und zur Ernährung.

 

Ihr merkt: Der Kiekeberg ist immer einen Besuch wert. Vor allem im Sommer wird das Außengelände bei vielen Aktionen und Thementagen bevölkert, aber auch bei kälteren Temperaturen gibt es viel zu sehen. Zudem kann man ein Kombi-Ticket mit dem benachbarten Wildpark Schwarze Berge nutzen.

Freilichtmuseum am Kiekeberg
Am Kiekeberg 1
21224 Rosengarten-Ehestorf
Die Playmobilausstellung läuft noch bis 25. Februar 2018.
Eintritt: Erwachsene 9 Euro, bis 18 Jahre Eintritt frei.

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