„Seefahrt ist not!“ – Tag der Seenotretter 2015 in Laboe

Alljährlich veranstaltet die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) den Tag der Seenotretter auf ihren Stationen, so auch zum 150jährigen Jubiläum 2015. Die Stationen an der Kieler Förde, Kiel-Schilksee und Laboe, luden gemeinsam in den Laboer Hafen ein. Doch es gab noch mehr zu sehen.

„Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist die deutsche nichtstaatliche Seenotrettungsorganisation. Sie ist zuständig für den Such- und Rettungsdienst (SAR: Search and Rescue) bei Seenotfällen. Den größten Teil ihrer Kosten deckt die DGzRS durch freiwillige Zuwendungen, sie kommt vollständig ohne staatliche Gelder aus. Schirmherr ist der amtierende Bundespräsident.“ (Quelle)

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt die DGzRS über 60 Seenotrettungskreuzer und Seenotrettungsboote an 54 Stationen, die sowohl von hauptamtlichen, aber auch von vielen ehrenamtlichen Helfern betrieben werden. An der Kieler Förde gibt es die Stationen Kiel-Schilksee am westlichen und Laboe am östlichen Ufer.

Rund um den Liegeplatz des Seenotrettungskreuzers Berlin im Hafen von Laboe wurde denn auch zum diesjährigen Tag der Seenotretter ein buntes Programm geboten, kulinarisch passend begleitet von Fischbrötchen und Gulaschkanone. So konnte man die Berlin selbstverständlich ausführlich erkunden und der Crew Löcher in den Bauch fragen. Mit den kleinen Seenotrettungsbooten Crempe und Walter Rose konnte man sogar kleine Fördetörns machen – die Schlange war entsprechend lang. An Land war vor allem das erst im März eingeweihte Informationszentrum, untergebracht in einem neuen Anbau an den Rettungsschuppen, gut besucht. Hier wurde natürlich umfassend über die Arbeit der Seenotretter informiert. Zudem gab es eine Kinderspielecke (mit tollen Ausmalbildern und Bastelbögen!) und im Eingangsbereich eine kleine Kunstausstellung des Kieler Malers Marc Sander, der ebenso wie ich mit Pinsel und Acrylfarben arbeitet. Seine Bilder haben mir außerordentlich gut gefallen und mich gleich dazu inspiriert, es ihm in Sachen Motivwahl einmal gleichzutun.

Ein weiterer Schwerpunkt war zu meiner Freude auch der Modellbau. So hatte sich die IG „Modellbau für DGzRS-Einheiten“ an der Kaikante aufgebaut, natürlich inklusive Becken zur Ausfahrt der mit viel Geduld, Liebe und Detailtreue gebauten Schiffe. Ein Stück weiter stand die IG „Stör-Piraten“ aus Neumünster, die thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Fahrzeuge im Angebot hat, ebenfalls fahrbereit.

Weitere Gäste waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Laboe, die sich mit HLF und Drehleiter präsentierten. Wer wollte, konnte sogar im Drehleiterkorb eine kleine Ausfahrt machen. Ich habe mich natürlich nicht getraut…

In regelmäßigen Abständen gab es kleine Vorführungen zur Rettung von Menschen aus dem Wasser zu sehen, die unter anderem demonstrierten, wie wichtig das Tragen einer Rettungsweste wirklich ist. Die große Vorführung mit der Berlin und einem SAR-Hubschrauber des Marinefliegergeschwaders 5 (früher Kiel, heute Nordholz) musste leider ausfallen, da der Sea King leider wegen eines Defekts keine Starterlaubnis erhalten hatte. Hier seht ihr auf einem älteren Bild aus 2005, wie so eine Winsch-Übung aussehen kann.

Insgesamt war es ein sehr interessanter Tag, der gut über die Aufgaben und Organisation der DGzRS informierte und bei dem sehr deutlich wurde, dass diese wichtige hoheitliche Aufgabe hierzulande zu einem großen Teil von dem Engagement von Ehrenamtlichen und vor allem durch die Spenden der Bevölkerung getragen wird und nachwievor unverzichtbar ist. Denn auch in Zeiten immer sicherer werdender Schiffe und weiterentwickelten Sicherheitssystem gilt nachwievor der Satz, den Gorch Fock in seinem 1913 erschienenen, gleichnamigen Heimatroman prägte:
„Seefahrt ist not!“

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