Menschen, Tiere, Sensationen – Interschutz 2015

Alle fünf Jahre nur öffnen in Hannover die Pforten der Weltleitmesse für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz, der Interschutz. Grund genug, dem Spektakel einen Besuch abzustatten und einen Blick aus THW-Perspektive darauf zu werfen.

Die seltene Gelegenheit musste also genutzt werden, sodass ich mich gemeinsam mit meinem Chef und anderen Kameraden der FeuerWerk-Tour (mehr zu FeuerWerk hier), organisiert vom Ortsverband Niebüll, anschloss. Mit dem Bus des THW-Landesverbandes ging es Dienstag sehr früh gen Süden, sodass wir zeitig auf dem Messegelände ankamen (Busfahrten in der Gruppe sind übrigens immer gleich. Hat der Mensch in seiner Kindheit das Schema „Klassenfahrt“ erstmals und erfolgreich erlernt, vergisst er es nie wieder. Dementsprechend lustig war die Fahrt. :D).

Wir starteten in Halle 27, die ganz dem Brandschutz gewidmet war. Große Aufbauer wie Empl, Lentner, Rosenbauer stellten hier aus, aber auch Fahrzeughersteller wie Mercedes und Volkswagen. Zwar waren hier keinerlei blaue Autos dabei, aber auch die roten – bisweilen gelben – Geräte konnten sich sehen lassen. Aber neben Fahrzeugen gab es natürlich auch viel anderes zu sehen, was aus Platzgründen etwas runterfallen muss. Unter anderem waren auch einige Aussteller und Händler mit Modellbau zugegen und auch ein Stand mit Lego-Ausstellung fehlte nicht.

Lange angekündigt und von vielen heiß erwartet war natürlich der neue Panther von Rosenbauer, der in seiner Größe und Technik wirklich beeindruckend war, ebenso wie der Rosenbauer-Stand drumherum, der wohl einer der größten Indoorstände war. Neben Fahrzeugen war auch Schutzkleidung und Merchandise zu sehen.

Ein weiteres Highlight ist natürlich das Freigelände mit den größten Fahrzeugen und höchsten Drehleitern – wirklich beeindruckend! Zusätzlich gab es noch das Vorführgelände, wo auf einer kleinen und einer großen Fläche zahlreiche interessante Vorführungen präsentiert wurden; etwa das Löschen eines Autobrandes mit Schaum oder das Retten einer Person aus einem LKW. Aber auch der neue Brandcontainer von Dräger wurde ausprobiert.

Dann ging es weiter in die gemischten Hallen 24 bis 26, wo sich neben Brandschutz auch die Themen Rettung und Katastrophenschutz befanden. Daher hatte natürlich auch das Technische Hilfswerk in Halle 26 seinen Stand, den man sich dieses Jahr mit dem Partnerland Polen teilte. Zwischen THW und PSP, der staatlichen Feuerwehr Polens, gibt es schon seit einigen Jahren eine enge Verbindung. So übt man regelmäßig gemeinsam und besucht einander. Thematisch hatte der Stand den Schwerpunkt Hochwasserschutz und Deichverteidigung, was an Deich und Pumpen unschwer zu erkennen war. Dazu gab es Modelle zu sehen, die die Fachgruppen vorstellten und die Kameraden der Fahrzeugnews mit Modellautos, die sogar fernsteuerbar waren. Auch konnte man sich über den Digitalfunkausbau informieren.

Die Hallen 12 und 13 beherbergten Brandschutz und den Bereich Sicherheit, in dem unter anderem die Bundeswehr untergebracht war, die sogar größere Fahrzeuge dabei hatte.

Interschutz 163

Fuchs Transportpanzer

Neben den großen und größeren Ständen, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, gruppierten sich in allen Hallen zahllose kleine und kleinere Stände, die teilweise sehr spezielle Themen und Zielgruppen bedienten, die Messe aber umso bunter machten. Natürlich hatte die Interschutz auch ihre Besonderheiten und Kuriosa zu bieten. Die beste Idee, um den Stand immer voll zu haben, hatte sicherlich das Team von Haix, die Bierkrüge verkauften und das passende Getränk gleich mit ausschenkten. Merchandise und Give Aways sind ja auf Messen generell ein großes Thema. So gab es neben den Standardsortimenten an Postkarten, Schlüsselanhängern und Kugelschreibern gab es unter anderem auch knallrote Eimer (Magirus) oder Sombreros zu ergattern. Eine Besonderheit der Messe ist sicher auch ihr Maskottchen Timmy, womit allerdings nicht der sprichwörtliche Rote Hahn aus dem Logo gemeint ist, sondern ein wuseliger, freundlicher Border Collie, der mit seinem Herrchen von der Hannoveraner Feuerwehr das Gelände unsicher machte und sich nur zu gern streicheln ließ. Ich durfte ihn kurz am Haix-Stand treffen. 🙂

Nicht zuletzt ist die Interschutz auch ein Branchen- und Klassentreff. So wird fachlich über viele aktuelle Themen diskutiert, aber auch Kameradschaft und Freundschaft gepflegt. So konnte ich mit Cedrik und Ulrich zwei bisherige Online-Freunde endlich mal im real life kennen lernen. Es war mir eine Freude! 🙂

Freigelände mit Pavillons

Freigelände mit Pavillons

Aus THW-Sicht bleibt noch zu sagen, dass „wir“ abseits der zwei blauen Stände (Deich und Fahrzeuge) quasi gar nicht vertreten waren. Keiner der Fahrzeug- oder Aufbauhersteller hatte auf seinem Stand ein blaues Auto oder Boot dabei. Das war natürlich ein bisschen schade, aber auch nachvollziehbar. Das THW als Bundesbehörde mit zentraler Beschaffung ist für Messeverkäufe schlicht nicht interessant. Doch wer sich als Besucher auf die rote Masse einließ, konnte auch dort, wo man es nicht unbedingt vermutete, für blaue Wichtel Interessantes entdecken, etwa Fortschritte in der Fahrzeugtechnik oder Ausstattungsvarianten, die sich auch auf THW-Fahrzeuge anwenden ließen. Nicht zuletzt Neuheiten bei der Deichverteidigung oder der Nachwuchsgewinnung haben den Besuch lohnenswert gemacht.

Die zwei Tage, die wir in Hannover weilen durften, waren dann auch völlig ausreichend. Wir übernachteten etwas südlich von Hannover im Parkhotel Ahrbergen, mit gutem Abendessen und Frühstück. Auch die Zimmer waren vollkommen in Ordnung. Auf Hin- und Rückfahrt stoppten wir noch in Lübberstedt bei Salzhausen im Kreis Harburg. Auch hier war das Essen prima.

Insgesamt waren es also zwei supertolle Tage, die sich vollkommen gelohnt haben und mir noch ein Weilchen in bleibender Erinnerung bleiben werden. Schade nur, dass die nächste Interschutz erst in fünf Jahren stattfinden wird!

Bewegtbild von der Interschutz findet ihr z.B. beim Feuerwehr Magazin oder bei retter.tv.

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