Jäger und Sammler

… ist der Mensch seit Anbeginn seiner Tage. Während der moderne homo sapiens seinen Jagdtrieb meist nur noch auf der linken Spur bundesdeutscher Autobahnen oder im neudeutsch „Sale“ getauften Schlussverkauf am Wühltisch ausleben kann, gibt es, mal mehr, mal weniger sichtbar, sicher wesentlich mehr Sammler unter ihnen. Auch ich gehöre dazu – und es würde nicht mit rechten Dingen zugehen, hätten meine Sammlungen nicht mit dem Blaulichtmilieu zu tun.

Abgesehen von Büchern, die sich in Leser- und Studentenhaushalten fast zwangsläufig irgendwann unkontrolliert zu vermehren beginnen, gibt es auf meinen 16 Quadratmetern noch weitere „Seuchenherde“.

Es fing, wie meist, ganz harmlos an. Mit einem kleinen, grün-silbernen Smart der Hamburger Polizei im Maßstab 1:43, entdeckt beim ersten Besuch des Miniatur-Wunderlands in den 2000ern. Und natürlich sollte er nicht lange alleine bleiben… Da das Fahrzeugsortiment in diesem Maßstab vergleichsweise klein ist, gesellten sich auch bald andere Einsatzfahrzeuge und zivile Autos hinzu. Als dann irgendwann der Großteil der Wunschautos beisammen war, wurde der Maßstab 1:87 entdeckt, der zudem einen geringeren Platzbedarf hat – und das Spielchen begann von vorne… Wohl jeder, der irgendwas sammelt, kann ein Lied von dieser Spirale singen. So ist inzwischen eine doch recht ansehnliche Modellsammlung entstanden, mittlerweile verteilt auf zwei Haushalte und ergänzt um Diorama-Eigenbauten.

Ähnlich gestaltete es sich auch mit der Uniformsammlung. Eigentlich wollte ich nur mal eine norddeutsche Polizeiuniform, wie sie in Schleswig-Holstein getragen wird, komplett haben, um sie als Vorlage für meine Zeichnungen nutzen zu können. Eigentlich. Dann kam hier mal ein günstiges Angebot und dort mal Schnäppchen. Dazu viele liebe Freunde und Bekannte, die mir Teile aus ihrem Fundus oder Spind überließen. Und inzwischen bin ich hier angelangt:

Wie man sieht, sind inzwischen auch Hemden aus Österreich und Schweden dabei, wobei Letzteres nicht mehr aktuell ist. Auch in Schweden trägt man inzwischen Dunkelblau, meist Polohemden.

Leider musste ich auch erfahren, dass man bei solchen Geschäften, gerade über eBay, auch bös auf die Schnauze fallen kann. So stellte sich heraus, dass mir ein Polizeibeamter aus Lübeck Uniformjacken verkauft hatte, die er zuvor seinen Kollegen gestohlen hatte. Inzwischen ist der Prozess lange vorbei und ich habe die Kleidungsstücke, die ich für die Beweisführung bei der Kriminalpolizei abgegeben hatte, von der Staatsanwaltschaft zurückerhalten. Mir selbst ist strafrechtlich glücklicherweise nichts passiert, da ich glaubhaft darlegen konnte, dass ich von nichts wusste und kein Schindluder mit den Klamotten treiben würde. Denn auch wenn sie ein begehrtes Sammelobjekt sind, sind aktuelle Uniformteile eben auch Ausdruck des staatlichen Gewaltmonopols, mit dem man viel Unfug treiben könnte. Das jedoch wäre Amtsanmaßung und ist strafbar. Daher muss auch bei online-Auktionen immer darauf hingewiesen werden, dass nur an Sammler oder Berechtigte, sprich Polizeibeamte verkauft wird – nachkontrollieren kann das der Verkäufer jedoch praktisch nie. Denn während sich Polizisten mit ihrem Ausweis legitimieren können, ist der Begriff Sammler weder geschützt noch beweisbar. Hier muss man wirklich auf der Hut sein – oder die Effekten und Hoheitszeichen entfernen, was wiederum den Sammlerwert zerstört.

Und wie jeder Sammler habe natürlich auch ich Modelle und Uniformteile, die ich wahrscheinlich nie in die Finger kriegen werde… Also, wenn zufällig ihr noch ‘ne aktuelle norwegische Polizeiuniform bei euch rumliegen habt (und nicht Breivik mit Nachnamen heißt) nur her damit… Sie kommt in gute Hände! 😉

Aber auch sonst gibt es natürlich allerlei Staubfänger, die man sich in’s Regal stellen kann. Passend zum Sammelthema etwa die Playmozei oder auch, mal ganz weit weg vom Thema, Gashapon-Figuren und anderer Anime-, Manga- und Games-Kram. Dafür haben sich übrigens die Sammelrahmen Bås von IKEA bewährt, die es zum 40jährigen Jubiläum in diesem Jahr endlich wieder zu kaufen gibt.

So eine Sammelei ist also wirklich ein tolles und bisweilen auch kreatives Hobby, sie hat nur einen entscheidenden Nachteil: Irgendwann ist die Bude voll. Daher sollte man sein Sammelgebiet von vornherein etwas eingrenzen. Aber wie oben schon geschildert: Es klappt nie. Also mal schauen, wann mal wieder umgeräumt und Platz geschaffen werden muss…

Oh, Sonntag ist Modellbahnbörse in Kiel!

Kleiner Nachtrag...

Kleiner Nachtrag…

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