Die nette Inspektion von nebenan

Auch wenn ich inzwischen schon ein paar Dienststellen von innen sehen durfte, ist es für mich jedes Mal etwas besonderes, wenn ich wieder einen neuen Ort auf meiner Blaulichtkarte markieren darf. Besonders, wenn man so nett eingeladen wird wie bei der Bundespolizeiinspektion in Kiel.

Die BPOLI Kiel ist am Lessingplatz in Kiel gelegen, recht unscheinbar mit in das große Postgebäude auf der Ecke gequetscht, sodass sie von schräg wohl am ehesten durch das Fahrzeug des Dienstgruppenleiters (DGL) zu erkennen ist, das prominent vor der Post parkt.

CAM01835Die Inspektion untersteht der BPOLD Bad Bramstedt, die ihr ja schon aus meinen Artikeln vom Februar kennt. Ihr wiederum unterstellt sind in Kiel das Bundespolizeirevier am Hauptbahnhof sowie Dienstposten am Ostseekai (zur Abfertigung von Kreuzfahrern) und an den Schleusen des Nordostseekanals (zur Abfertigung des Kanalverkehrs). Darüber hinaus gehören noch weitere Reviere und Posten, etwa in Puttgarden oder Lübeck zum Inspektionsbereich. Das bedeutet, dass eine sehr große Fläche dienstlich abgedeckt werden muss – während sich die BPOLI Flensburg um die Westküste kümmert, ist Kiel für die ganze Ostküste bis runter nach Lauenburg zuständig. Dass das nicht immer einfach ist, liegt auf der Hand.

Durch einen glücklichen Umstand war ich also eingeladen, mir die Inspektion einmal genauer anzusehen. Gleich beim ersten Einblick in die Leitstelle wird deutlich, wie groß doch das Einsatzgebiet ist, das von der Dienststelle abgedeckt wird. So können die zwei Beamten, die in 12-Stunden-Schicht die Plätze besetzen, auf ihren Bildschirmen die Arbeit aller Streifen verfolgen. Jede Orts- und Statusveränderung wird per Digitalfunk an die Leitstelle gemeldet und eingetragen, sodass die aktuelle Lage sowohl schriftlich als auch auf der Karte zu überblicken ist – sei es nun die Bearbeitung einer einer versuchten Schleusung in Puttgarden oder ein Schwarzfahrer auf der Bahnstrecke Neumünster – Kiel. Neben der Überwachung und Protokollierung der Streifen draußen haben die Mitarbeiter der Leitstelle auch die Aufgabe, wiederum an die Direktion in Bad Bramstedt zu melden, was „draußen vor der Tür“ so passiert, teilweise sogar mit Zeitvorgaben. Auch liefern sie den Beamten vor Ort die Informationen zu – INPOL-Auskünfte, Halterabfragen, Meldedaten und vieles mehr. Dabei kommt es den Beamten zugute, dass sie selbst auch lange Jahre draußen Dienst gemacht haben und somit wissen, was dort vor sich geht. Bei dem großen Informations- und auch Pflichtenwust ist zudem eine ausführliche und gute Einarbeitung von Neulingen wichtig. Wenn diese Anfangsphase erst einmal geschafft ist, lässt sich die Arbeit aber gut bewältigen. Dennoch kann man nach einer vollgepackten Schicht auch als Schreibtischtäter richtig platt sein.

Neben der Leitstelle finden sich im dritten Stock der ehemaligen Postliegenschaft noch Sozialräume, Konferenzräume, ein Lageraum für eine „Besondere Aufbau-Organisation“ (BAO) und Sachbearbeiterbüros. Auch der DGL und sein Stellvertreter haben natürlich einen Büroraum. Dazu gibt es noch eine extra gesicherte Waffenkammer.

Nach einem Blick in die Garagen auf dem Hinterhof, die neben den Fahrzeugen der Dienststelle auch die Körperschutzausstattung und ein Dienstfahrrad beherbergen, ging es weiter zum Revier am Bahnhof. Hier wird sich um alles gekümmert, was auf dem Bahnhofsgelände so anfällt. Schwarzfahrer, Randalierer, aber auch Ladendiebe in den Geschäften, Familienzusammenführungen und herrenlose Gegenstände sind ein Thema. Auch ein Passersatz kann hier beantragt werden. Die Diensträume sind dabei zweigeteilt: Während sich die eigentliche Wache mit Dienstraum und Zelle

Bitte lächeln!

Bitte lächeln!

ebenerdig an Gleis 6 neben der Bahnhofsmission befinden, sind weitere Räume über der Bahnhofsgastronomie untergebracht (inklusive Dönergeruch im Treppenhaus). Dort oben finden sich EDV-Arbeitsplätze und eine Grundausstattung zur erkennungsdienstlichen Behandlung. Während des Einsatzes zum Fußballspiel von Holstein Kiel gegen Hansa Rostock war dort oben etwa auch die Bildauswertung vom Hubschrauber eingerichtet. Interessant zu sehen war die digitale Erfassung von Fingerabdrücken und ein Blick in’s INPOL-Informationssystem (Ich kann sagen: Ich bin sauber. 😉 ).

Es war auf jeden Fall ein sehr, sehr spannender Einblick – vielen Dank an alle Beteiligten!

Es wird definitiv ein nächstes Mal geben: Schließlich fehlten heute noch ein paar Fahrzeuge – und ein Einblick in die Arbeit an der Schleuse wird sicher auch sehr spannend. Ich werde berichten…

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