Kaffee Kochen und Kopieren (Teil 2)

Teil zwei meines Praktikumsberichts: Dieses Mal mit Schiffen und Hubschraubern…

Die zweite Woche begann mit einem kleinen Ärgernis. Da „Kollegin“ Heike in dieser Woche in Urlaub war hatte ich geplant, den Weg zum Fahrgemeinschaftstreffpunkt am Südfriedhof mit dem Bus zurückzulegen, inklusive Umsteigen am Kieler Hauptbahnhof. Klingt theoretisch auch ganz prima, scheiterte aber praktisch daran, dass die 51 nicht an der Haltestelle auftauchte. Ich stellte mich gedanklich schon auf’s Zugfahren ein, doch meine Fahrgemeinschaft kam mir glücklicherweise ein Stückchen entgegen, sodass wir mit nur ein bisschen Verspätung in Bad Bramstedt ankamen.

Der Bastelbogen wurde an diesem Tag noch mit dem Logo 50 Jahre Bundespolizei See ergänzt und an die FimSt geschickt. Die Fachinformations- und Medienstelle der Bundespolizei sitzt in Hangelar und erstellt zum Beispiel Druckerzeugnisse wie die gedruckten Jahresberichte oder auch digitale Datenträger wie DVDs. Die Antwort der FimSt stand bis Freitag jedoch noch aus. Ich bin gespannt, was aus dem Bastelbogen wird!

An Tag 7 machte ich mich dann daran, das Tassendesign (s. Artikelbild) weiter auszuarbeiten und in einer besseren Qualität neu anzulegen. Zudem bekam ich an diesem Tag ein neues Tätigkeitsfeld. Da Kollege Wolfgang mit seiner dienstlichen Kamera unterwegs war, übernahm ich ausnahmsweise die Aufgabe, Fotos für Berichte im Intranet zu machen. Knifflig daran war dann, die Bilder von der Kamera in das interne Computersystem zu bekommen. So gibt es in der Abteilung nur einen Computer, der einen Zugang zum Internet besitzt und im Haus nur wenige, die USB-Sticks oder Speicherkarten auslesen können bzw. dürfen. Meine 8GB-Speicherkarte stellte sich dann noch als zu groß für den Kartenleser heraus, sodass ich die Bilder erst auf den USB-Stick überspielen musste bevor sie in das Intranet gelangen konnten.  Nebenbei bastelte ich über die Tage weiter am Bahnübergangscomic.

Der Donnerstag sollte dann ein kleines Highlight bereithalten: Eine Dienstfahrt nach Cuxhaven. Mein Chef hatte dort eine Ausschusssitzung und hatte für mich einen Besuch bei der BPolI Cuxhaven organisiert, da dort eh Gäste erwartet wurden und ich mich so anschließen konnte. Nach einer Fahrt über die Dörfer und dem Übersetzen mit der Fähre Glückstadt-Wischhafen erreichten wir gegen zehn Cuxhaven, wo Cheffe mich an der Inspektion ablud. Ich bekam dort von Wolfgang (nicht zu verwechseln mit dem Wolfgang aus Bad Bramstedt 😉 ) eine interessante Führung durch das Inspektionsgebäude und durfte mich im Gästebuch des Raums der Stille verewigen. Schnell waren wir beim Du, kamen ins Gespräch und entdeckten mit dem HSV eine Gemeinsamkeit. Nach einer Weile machten wir uns auf zum Liegeplatz der Einsatzschiffe am Heringskai und kletterten auf die „Bayreuth“.  Zur Kieler Woche hatte ich bereits ein Mal die Gelegenheit gehabt, beim Open Ship die „Neustrelitz“ zu besichtigen, aber die „Bayreuth“ war noch mal ein Eckchen größer. Besonders das Herz des Schiffes, der Maschinenraum, war beeindruckend. (Mehr Infos zur „Bad Bramstedt-Klasse“ in der Wikipedia und auf der Seite der Werft.)

Ein interessanter Fakt zu den Einsatzschiffen der Bundespolizei, die gemeinsam mit anderen Behörden wie dem Zoll die Küstenwache stellen, ist die Tatsache, dass sie nicht, wie das Fernsehen suggeriert, tagsüber rausfahren und abends wieder in den Hafen einlaufen, sondern eine ganze Woche am Stück auf See sind. Daher findet man an Bord auch Ausrüstung und Lagerräume für diesen Zeitraum. So können auch Verletzte provisorisch verarztet werden, bis diese an Land  gebracht oder von einem Hubschrauber abgeholt werden können. Denn neben schiffs-, grenz- und umweltpolizeilichen Aufgaben kümmert sich die Bundespolizei See auch um Schiffbrüchige und kann mit den Spritzen an Bord z.B. auch Feuer bekämpfen. Auch die Einsatzdokumentation kann digital und analog bereits an Bord geführt werden.

Da sich sowohl die Ausschusssitzung als auch der Besuch der Delegation etwas verzögert hatten, machten wir uns mit einer kleinen Verspätung auf den Heimweg – nicht ohne bei Keks&Co., dem Werksverkauf von Bahlsen, anzuhalten. 😉 Dennoch schafften wir es nicht rechtzeitig zur Fahrgemeinschaft zurück zur Direktion, sodass ich den Heimweg von Wrist aus mit der Bahn antrat – nach 45 Minuten Wartezeit. Aber glücklicherweise hatte ich in Cuxhaven ein HSV-Magazin geschenkt bekommen (Danke!!), sodass ich mir die Zeit mit Lesen vertreiben konnte.

Am vorletzen Tag bekam ich die Aufgabe, Plakatentwürfe für das Standortjubiläum in Bad Bramstedt zu erstellen. Das war echt nicht einfach! Es mussten allerlei Informationen darauf untergebracht werden, die sowohl von der BPolD als auch vom Bramstedter Turnverein zugeliefert werden. Die Entscheidung über das Design steht allerdings noch aus.

Der letzte Tag, an dem ich für meine „Kollegen auf Zeit“ Muffins dabei hatte, bot noch ein Highlight: Ein Besuch im nahegelegenen Fuhlendorf, wo eine der Bundespolizei-Fliegerstaffeln beheimatet ist (Mehr Infos: Wikipedia). Ein Pilot und ein Techniker hatten sich freundlicherweise bereit erklärt, mich herumzuführen und mir von ihrer Arbeit und der Technik zu berichten. Der Ausflug war wirklich sehr interessant! Zufälligerweise konnte ich sogar die Landung einer EC 155 beobachten.

Die „Seepferdchenstaffel“ (dem Wappen nach) in Fuhlendorf stellt übrigens auch das Personal für die vom Innenministerium betriebenen orangenen Hubschrauber des Katastrophenschutzes, die in Hamburg, Hannover und Siblin stationiert sind und ist für deren Wartung zuständig. Bei Ausfällen stellt die Staffel zeitweise auch blaue Ersatzmaschinen zur Verfügung. Dafür gibt es in einem der Schränke einen speziellen Rüstsatz.

Darüber hinaus finden sich in den Schränken weitere Rüstsätze und Anbauteile für die Hubschrauber der Typen EC 135, EC 155 und SuperPuma, etwa Scheinwerfer, Kameras, Sitze und Ausrüstung für den Einsatz auf See.

Am Ende des Tages war ich froh und traurig zugleich. Ich war glücklich, denn ich konnte im Praktikum genau das machen, was ich immer wollte: Kreativ arbeiten und die Polizei unterstützen.  Doch ich war auch furchtbar traurig, war mir doch bewusst geworden, dass mir der Weg „zurück“ wohl versperrt bleiben wird. Ich mag gar nicht daran denken. So verabschiedete ich mich eher deprimiert von meiner Fahrgemeinschaft.  Aber es war dennoch eine unbezahlbare Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte.

Abschließend möchte ich mich daher bei allen Beteiligten bedanken, die dieses Praktikum außer der Reihe möglich gemacht haben und mich so gut betreut und eingebunden haben. Besonders bedanken möchte ich mich bei meinem Chef und den Gastgebern in Cuxhaven und Fuhlendorf sowie bei meiner Fahrgemeinschaft. Ihr wart super!

Ich werde euch alle vermissen. Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder.

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2 Kommentare zu “Kaffee Kochen und Kopieren (Teil 2)

  1. […] Inspektion untersteht der BPOLD Bad Bramstedt, die ihr ja schon aus meinen Artikeln vom Februar kennt. Ihr wiederum unterstellt sind in Kiel das Bundespolizeirevier am Hauptbahnhof sowie […]

  2. […] der Küstenwache auf einem Trailer und auch einer der EC155 der Fliegerstaffel aus dem benachbarten Fuhlendorf war mit dabei. Der Pilot war wirklich sehr freundlich (er entschuldigte sich sogar, dass er noch […]

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