Die Polizei und ich

Wer in meine Online-Bildergalerien schaut oder meine Meldungen auf Facebook und Twitter verfolgt, dem wird nicht entgangen sein, dass die Polizei und alles drumrum mein Hauptthema ist, in vielen Facetten.

Viele reagieren dann umso mehr überrascht, wenn sie erfahren, dass ich weder beruflich noch privat viel mit den Uniformierten und ihren Kollegen zu tun habe.

Die Geschichte dieser „Beziehung“ ist schon eine lange, sodass sich der Beginn nicht mehr genau nachvollziehen lässt… Recherchen lassen vermuten, dass es wohl im Laufe meiner Zeit auf dem Gymnasium anfing, also vor 10 – 12 Jahren. Auslöser waren dabei allerdings weniger persönliche Erfahrungen, sondern, natürlich, das Fernsehen, das mich mit Serien und Reportagen von diesem Beruf beeindrucken konnte.  Und das wohl recht nachhaltig. Natürlich wurde das Gesehene und Gemerkte zügig in eigene Zeichnungen und Geschichten umgesetzt, wenn auch noch ohne viel Fachkenntnis…

Natürlich stand dann auch irgendwann die Frage im Raum, diesen Beruf selbst einmal ausüben zu können. Dem stellte sich jedoch meine körperliche Eignung entgegen und meine Motivation alleine hätte leider nicht gereicht. Für einen Job in der Verwaltung fühlte ich mich wegen meiner Probleme in Mathe auch nicht geeignet. Zudem wollte ich ja was mit Zeichnen machen, eigentlich.

Schließlich entschied ich mich also für ein Lehramtsstudium, das – der Kunsthochschule sei Dank – leider ohne jeglichen künstlerischen Anteil auskommen musste. Das führte nur dazu, dass ich mich in meiner Freizeit nur noch mehr mit Zeichnen und meinem Lieblingsthema beschäftigte, weil ich merkte, dass es ganz ohne Zeichnen auf keinen Fall geht. In die Zeit des Studiums fiel dann auch der erste persönliche Kontakt mit der Polizei – eine Zeugenaussage zum renitenten Fahrgast im Bus, also nicht mal etwas, das mich selbst direkt betraf. Umso schöner war es, dass die Jungs und Mädels sich auch später mal nachts um meinen Schlaf und die Studentenparty nebenan kümmerten.

Als ein ganz entscheidender Vorteil bei der Recherche für neue Bilder und Geschichten sollte ich dabei das Internet erweisen, das es mir unglaublich erleichterte, vor Ort entsprechende Kontakte zu knüpfen. Es ist einfacher, zu Beginn eine Mail zu schreiben und die richtigen Ansprechpartner für Fragen und Fotoerlaubnis zu finden. Die Leute, die ich dabei kennen lernte, bekräftigten meinen Eindruck, dass es sich dabei um einen ganz besonderen und tollen Schlag Menschen handeln musste, die einen der wichtigsten Jobs überhaupt für uns machen.

Nachwievor wichtig für die Bilder ist auch die Seite http://www.polizeiautos.de mit ihrer Community, die eine schier endlose Bild- und Infoquelle für alles rund um die Lüla-Autos ist und nebenbei auch viele tolle Menschen beinhaltet.

Niemals wurde ich dabei sowohl im Netz als auch bei den Polizeien mit meinen sonderbaren Fragen und meine Fotowünschen abgewiesen, man freute sich sehr, helfen zu können. Nur so konnten die Bilder und Geschichten diesen Realismusgrad erreichen, den sie heute haben.

Nebenbei entwickelte sich die Zeichnerei auch zu einem kleinen, wackligen finanziellen Standbein und vor allem als Türöffner für neue Freundschaften und Kontakte. So verschafften mir Ausmalbilder für polizeiautos.de nicht nur eine exklusive Führung durch verschiedene Bereiche der Berliner Polizei, sondern auch einen Folgeauftrag der Polizei Bremen, der mir sehr viel Spaß gemacht hat und auf den ich sehr stolz bin.

Und so geht es immer weiter, viele Aufträge und Kontakte ergeben sich anfangs aus purem Zufall und mit ein bisschen Pflege und Warten wird oftmals mehr daraus. Gerade auch durch Facebook, wo ich immer ein bisschen Werbung machen kann, ist einiges passiert. Vor allem aber auf Twitter habe ich viele liebe Blaulichtfreunde aus ganz Deutschland kennen gelernt, die mir oft geholfen haben und aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken sind.

Und wahrscheinlich habe ich mittlerweile schon mehr unterschiedliche Wachen und Einrichtungen gesehen, als mancher Beamter. 😉  Das waren unvergessliche Momente.  Wenn mir jemand noch vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mal eine Schicht mit der Autobahnpolizei fahren würde – ich hätte ihn direkt von den Jungs vom RD abholen lassen…

Das letzte Puzzlestück bisher war dann der Verein „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“ (http://www.KGGP.de), auf den ich ebenfalls über Twitter und Facebook aufmerksam wurde. Denn bei aller Jobromantik muss natürlich auch mir klar sein, dass dieser Beruf in der heutigen Zeit einer der unbeliebtesten ist, zu Unrecht, wie ich finde, und Gewalt an der Tagesordnung ist. Darauf müssen wir aufmerksam machen und den betroffenen Beamten Hilfe anbieten. Ich bin froh, dass ich auch hieran mit meinen Zeichnungen Anteil haben kann.

In die gleiche Richtung geht auch das Projekt der GDP Mannheim, die einen großartigen Song zum Thema produziert haben, zu dem ich  Illustrationen beisteuern darf (Facebooker gucken bitte hier: http://www.facebook.com/media/set/?set=a.131670856990810.29261.126893964135166&type=1).

Und ein bisschen träume ich immer noch, meine Blaulichtbegeisterung und die Zeichnerei irgendwann mal beruflich unter einen Hut bringen zu können…

Als letzte Anmerkung sei ergänzt, dass ich das Interesse natürlich nicht nur sklavisch auf die Polizei beschränkt, sondern auch die Bundeswehr, alle anderen Retter und Sicherheitsmenschen mit einschließt, die Tag und Nacht für uns arbeiten. Danke euch allen.

Puh, das wollte ich alles mal erzählen.  Ich hoffe, ihr könnt meine Motivation jetzt ein bisschen mehr nachvollziehen.

Lieben Dank für’s Lesen.

Nessa

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4 Kommentare zu “Die Polizei und ich

  1. Seyreene sagt:

    Na dann wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg mit deinem neuen Blog! Auf dass sich dadurch noch mehr schöne Möglichkeiten auftun… =D

    Du hast deine Motivation hier auf jeden Fall sehr anschaulich dargestellt. (Ich sehe schon, du wirst noch berühmt! Oder ein Buch schreiben! Irgendwann bestimmt, wer weiß. 😉 )

  2. […] Gerke Minrath – und auch ich empfinde das als wichtig, denn, wie ihr schon aus meinem ersten Blogartikel wisst, sind Polizisten für mich ganz besondere Menschen, die einen harten Job machen, um auf uns […]

  3. […] ich vor etwa einem Jahr zum Start dieses Blogs ausführte, wurde mein Interesse an der Polizei vor allem durch das Fernsehen geweckt. Daraufhin war es, bis […]

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